Ingenieurpreis 2015 - Preisträger

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Im Rahmen des Ingenieurkammertages der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern wurde am 17. September 2015 im Café & Restaurant Seglerheim in Schwerin zum 7. Mal der Ingenieurpreis Mecklenburg-Vorpommern vergeben.
 
Den Ingenieurpreis lobt die Ingenieurkammer zusammen mit dem Ingenieurrat Mecklenburg-Vorpommern aus. Mit diesem Preis wollen Ingenieurkammer und Ingenieurrat M-V als gemeinsame Auslober auf die Kreativität und das wissenschaftlich-technische Können der Ingenieure in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen.
                                               
   
Die Preisträger 2015 in der Übersicht:

INGENIEURPREIS 2015

Die "Drehbrücke Malchow"

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Foto: Ingenieurbüro Thiele & Partner, Neustrelitz

Preisträger:

Dipl.-Ing.(FH) Ronny Seidel
Dipl.-Ing. Jana Wieczorek
Dipl.-Ing.(FH) Torsten Wöstenberg
Dr.-Ing. Architekt Rainer Autzen
Dipl.-Ing. Architekt Andreas Voss
Dipl.-Ing. Michael Sydow
Dipl.-Ing.(FH) Holger Bannuscher
Dipl.-Ing.(FH) Torsten Meißner
Dipl.-Ing. Frank Rohbeck
Jürgen Pfanz
Dipl.-Ing. Christoph Merkel
Dipl.-Ing. Bernd Kasper

Laudatio:

Auf der Grundlage eines Gutachtens aus den Jahren 2011 und 2012 zum Zustand der Drehbrücke und der Uferbefestigung war eine Erneuerung unbedingt erforderlich.

Da das vorhandene Bauwerk zum historischen Bestandteil des Stadtensembles gehört und im Denkmalbereich „Altstadtinsel Malchow“ liegt, stand für alle maßgebenden Behörden und für die Bewohner der Inselstadt fest, dass tradi-tionell wieder eine Drehbrücke entstehen muss. 
Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro Thiele & Partner beauftragt. 
Das Preisgericht würdigte besonders die aus der gelungenen Zusammenarbeit von Brücken-, Maschinen-, Straßenplanern und Architekten entstandene Lösung, die bezüglich der Funktionalität verbunden mit Schönheit und beein-druckender Leichtigkeit der Konstruktion alle Bedingungen erfüllt und jetzt schon organisch zum Stadtbild gehört. 
Eine wesentliche Besonderheit dieser ungleicharmigen stählernen Schrägseil-brücke mit Pylonen und einer sehr schlanken Überbaukonstruktion ist ein stadtseitig angeordnetes Großdrehlager, das ausschließlich für den Drehvorgang verantwortlich ist und alle horizontalen und vertikalen Kräfte sowie die problematischen „Ungleichgewichte“, die sich aus der exzentrischen Lage des Drehlagers ergeben, alleine tragen kann.

Die Gründung erfolgte über Bohrpfähle und Pfahlkopfplatten, die teilweise sichtbar sind.

Die Gesamtlänge des Überbaus beträgt 21,70 m, die Breite mit beidseitigen Gehwegen 10,15 m.
Die gelungene Zusammenarbeit aller Beteiligten unterschiedlicher Berufe und die technisch und gestalterisch außergewöhnliche Lösung hat die Jury bewogen dieses Projekt mit dem Hauptpreis auszuzeichnen.

Prof. Dieter Hild
Vorsitzender des Preisgerichts

 

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ANERKENNUNG

"The National Assembly House - Parlamentsgebäude in Hanoi"

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Foto: Christian Gahl

Preisträger:

Dr.-Ing. Martin Göricke
Dipl.-Ing. Ralph Prüfer
Dipl.-Ing. Torsten Krüger
Dipl.-Ing. Haiko Mennenga
Dipl.-Ing. Dennis Wiebusch
Dipl.-Ing. Steffen Schmeiser
Dipl.-Ing. Falk Pudschun
Dipl.-Ing. Matthias Berndt
Dipl.-Ing. Marika Becker
Dipl.-Ing. Dirk Pohle
Dipl.-Ing. Christian Timm

Laudatio:

Der Auftrag über die Planungsleistungen für den Neubau des Parlamentsgebäudes in Hanoi ist das Ergebnis eines international ausgelobten Wettbewerbs. Der Arbeitsgemeinschaft aus gmp Architekten von Gerkan, Marg u. Partner und INROS LACKNER SE ist es gelungen, das Selbstbewusstsein des aufstrebenden Landes in überzeugender Weise auch in Gestalt und Funktion seiner öffentlichen Gebäude zum Ausdruck zu bringen.

Das im Grundriss quadratische Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 60.000 m² und einer Seitenlänge von 102,5 m besteht aus fünf oberirdischen Geschossen und zwei Untergeschossen. Das Gebäude gliedert sich in zwei Bauwerksteile. Das Herzstück des Gebäudes bildet der auf acht Stahlverbundstützen in 9m Höhe aufgeständerte runde Parlamentsversammlungssaal, welcher in der Mitte des Gebäudegrundrisses angeordnet ist. Der Saal hat einen Durchmesser von 50 m, eine Höhe von 26 m und bietet Platz für ca. 1.000 Menschen. Der umgebende 5-geschossige Bauwerksteil beinhaltet z.B. einen stützenfreien Bankettsaal mit 18 x 54m, die Foyer- und Eingangsbereiche sowie die Büros der ca. 800 Delegierten. Als Baustoff für Decken und Unterzüge wurde überwiegend Stahlbeton eingesetzt, während das Tragwerk für die Dachkonstruktion des Parlamentssaals als Stahlkonstruktion entworfen wurde.  

Die ingenieurmäßigen Herausforderungen bestanden zum einen darin, dass der tragfähige Baugrund erst ab ca. 35 m Tief ansteht  und darüber hinaus die Erdbebensicherheit des Gebäudes zu gewährleisten ist. Die Gründung besteht aus 187 Bohrpfählen mit einem Durchmesser von 1,0m und 413 Bohrpfählen von 1,2m  sowie einer 1,0m breiten umlaufenden Schlitzwand mit Längen bis zu 40m.  Zur Erhöhung der Sicherheit im Erd-bebenfall wurden beide Bauwerksteile voneinander getrennt und jeweils für sich ausgesteift.

Der Neubau des Parlamentsgebäudes ist in herausragender Weise geeignet, das Ansehen des deutschen Ingenieurstands auch im Ausland zu heben und stellt unter Beweis, wie gestalterische und ingenieurtechnische Anforderungen vereint werden können. Die Jury ist überzeugt von der nachhaltigen Wirkung zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Ingenieure im Mecklenburg-Vorpommern.

Dipl.-Ing. Norbert Schumacher
Mitglied des Preisgerichts

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ANERKENNUNG

„Ausfallsichere und echtzeitfähige Industriegerätevernetzung mit Internet-Technologien“

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Preisträger:

Dr.-Ing. Vlado Altmann
M. Sc. Jan Skodzik
Dr.-Ing. Peter Danielis
Universität Rostock, Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik

Laudatio:

Smart Factory, Industrie 4.0, Smart home und IoT – neudeutsch Internet of things – oder Internet der Dinge sind in aller Munde. Was wir erwarten sind plug-and-play, sofortige Erledigung der Aufträge und kostengünstige Produkte. Alles wird häufig versprochen aber in der Praxis häufig nur unzureichend erfüllt. Jeder von uns hat diese Erfahrung bestimmt schon einmal machen müssen.

 

Die Preisträger der Anerkennung haben sich zum Ziel gesetzt, eine Lösung all dieser Probleme zu erarbeiten. Ich kann vorausschicken, es ist ihnen auf eindrucksvolle und herausragende Art und Weise gelungen.

 

Mit der Aufgabe Industrie 4.0 ist auf die Ingenieure eine sehr schwierige Aufgabe zugekommen. Wie kann ich Echtzeitfähigkeit garantieren und gleichzeitig eine große Anzahl von Komponenten so verknüpfen, dass eine allgemeingültige Lösung entsteht? Nun muss man wissen, dass bisherige Lösungen entweder Echtzeitfähigkeit oder große Anzahl von Komponenten ermöglichten. Abgesehen davon existierten konzeptionellen Schwächen, wie zu geringer Ausfallsicherheit durch zentrale Netzelemente. Alles zusammen zu führen, sich von allem das Beste herauszupicken gleicht also der Quadratur des Kreises. Noch dazu mussten sich Nutzer in der Vergangenheit im Vorfeld entscheiden, ob sie Kreis oder Quadrat als s.g. proprietäre Systeme für die nächsten 10 Jahre nutzen wollen.

Die prämierte Lösung stellt eine erweiterte Nutzung des Ethernetprotokolls dar. Wichtig zu wissen: Das Ethernetprotokoll ist per se nicht echtzeitfähig, also für bestimmte Industrieanwendungen schlicht nicht einsetzbar.

 

Die entwickelte Erweiterung wird erst handhabbar, weil Hardwarekomponenten entwickelt wurden, auf denen eine spezielle, flexibel einsetzbare Software einsetzbar ist. Die Hardware kann separat verwendet werden, aber auch als Chip in andere Komponenten integriert werden. Die zugehörige Software ist so exzellent gemacht, dass sie extrem wenig Rechenleistung erfordert. Bei abertausenden Chips im Industrieumfeld wird deutlich, dass dies eine wesentliche Komponente ist. Die Software wird in einer Toolkette erzeugt, so dass die eben beschriebene Hardware dynamisch an jede beliebige Anwendung anzupassen ist. Damit ist klar, dass die Chips in großen Mengen und damit zu günstigen Preisen produziert werden können. Eine Reduzierung der Kosten um den Faktor 100 ist nicht unrealistisch. Denn anstatt Spezialanfertigungen mit geringer Stückzahl sind Standardprodukte aus der Massenproduktion grundsätzlich nutzbar.

Ergebnis der Arbeit ist auch, dass gegenüber herkömmlichen Geräten eine Zeitersparnis von bis zu 95% nachgewiesen wurde. Reaktionszeiten von 1 ms sind erreicht worden und es ist das Ziel, diese Reaktionszeiten für mehrere tausend Geräte in einem Netzsegment zu ermöglichen.

Wie bei kreativen Ingenieuren zu erwarten, ist an dieser Stelle nicht Schluss gewesen: Ein Emulator – also eine virtuelle Simulationsmaschine – wurde entwickelt für umfangreiche Tests.

Die Leistungen des Teams sind so hervorragend, dass sich die Universität Rostock entschlossen hat, ein Labor „Internet der Dinge“ einzurichten. Last but not least sind zahlreiche, hochkarätige Veröffentlichungen belegbarer Beweis für technische und wissenschaftliche Excellenz. Durch die beeindruckenden, mess- und belegbaren Erfolgspotenziale ist es eine echte Steilvorlage für alle diejenigen, die Industrie 4.0 nicht für ein Fussballergebnis halten.

Beeindruckend war und ist die grundlegende Dimension des Projektes und die ganzheitliche Umsetzung – noch im Labormaßstab aber mit dem Ziel der praktischen Umsetzung. Diese hohe Professionalität, dieser Forscherdrang, gepaart mit klarer praktischer Ausrichtung hat die Jury bewogen, die Entscheidung zugunsten des Ingenieurteams Altmann, Danielis, Skodzik zu treffen.

Herzlichen Glückwunsch!

Dipl.-Ing. Mario Kokowsky
Mitglied des Preisgerichts

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