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Veranstaltung Ökologische Baustoffe 2026

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Organisationsteam aus Ingenieurkammer M-V mit Projektleitung und Präsidentin der IK MV Dr. Gesa Haroske, Dr. Dorothee Wetzig, IHK zu Schwerin, Manuela Kuhlmann, Ingenieurkammer M-V, Petra Höftmann, Bauverband M-V und Rebecca Brandt, Handwerkskammer Schwerin. Foto: IHK Schwerin/Mathias Augustin

Nachhaltiges Bauen braucht mehr als gute Baustoffe

Bei der Veranstaltung der Allianz für Nachhaltiges Bauen in M-V trafen ökologische Baustoffe auf Digitalisierung und KI. Rund 70 Teilnehmende und 15 Aussteller zeigten: Die Branche ist engagiert – jetzt kommt es darauf an, aus Ideen konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

Wie lassen sich ökologische Baustoffe stärker im Markt etablieren? Welche Rolle können Digitalisierung und Künstliche Intelligenz dabei spielen? Und wo liegen die konkreten Stellschrauben in Mecklenburg-Vorpommern? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Veranstaltung „Gemeinsam denken: Ökologische Baustoffe, Digitalisierung und KI“ am 9. September 2026 in Rostock.

Die Projektgruppe Ökologische Baustoffe der Allianz für Nachhaltiges Bauen in M-V knüpfte dabei an das erfolgreiche Veranstaltungskonzept des Vorjahres an: Ein Marktplatz mit Herstellern und Akteuren aus der Branche bot Gelegenheit, Materialien kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen. 15 Aussteller präsentierten ihre Angebote. Mit rund 70 Teilnehmenden war die Resonanz gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen.

Ullrich Steinmeyer Natur plus e.V.
Ullrich Steinmeyer von nature plus e.V.

Vom Baustoff bis zur Wertschöpfungskette

Deutlich wurde dabei vor allem eines: Ökologisches Bauen lässt sich nicht auf einzelne Produkte reduzieren. Entscheidend ist die gesamte Wertschöpfungskette – von Herstellung und Zulassung über Planung und Anwendung bis hin zu Ausbildung, Vermarktung und politischen Rahmenbedingungen. Die Allianz kann dazu beitragen, die vorhandenen Akteure stärker miteinander zu vernetzen und fachliche Weiterbildung zu ermöglichen.

Ein zentraler Aspekt wurde im Workshop zu Zulassungen und Zertifizierungen deutlich. Ulrich Steinmeyer von natureplus e.V. gab einen Überblick über verschiedene Labels und Zertifizierungen und erläuterte deren Abläufe anhand von Praxisbeispielen. Dabei zeigte sich: Zulassungen können für Hersteller eine erhebliche Hürde darstellen, sind für die Marktfähigkeit bestimmter Baustoffe aber zugleich eine wichtige Voraussetzung.

 

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Workshop mit Jakob Eggert von der Universität Greifswald

Handlungsspielräume in M-V identifiziert

Im dritten Workshop ging es um ökologische Baustoffe als Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit Masterstudent Jakob Eggert von der Universität Greifswald wurden ökologische, wirtschaftliche und soziale Treiber und Hemmnisse betrachtet. Dabei wurde jeweils unterschieden, was in M-V beeinflussbar ist und welche Faktoren außerhalb des Landes liegen.

Die Ergebnisse werden noch ausgewertet. Bereits die Arbeit in den drei Stationen zeigte jedoch: Es gibt zahlreiche Ansatzpunkte, die in Mecklenburg-Vorpommern selbst beeinflusst werden können. „Zugleich wurden viele Ideen und Maßnahmen wieder aufgegriffen, die innerhalb der Allianz bereits seit ihrer Gründung diskutiert werden. Das ist ein positives Signal – zeigt aber auch, dass auf die Diskussion nun die Umsetzung folgen muss“, schlussfolgert Dr. Dorothee Wetzig von der IHK zu Schwerin, die den Workshop aus dem Unternehmensteam begleitete.

Von der Vernetzung zum Handeln

„Genau darin liegt eine der nächsten Aufgaben der Allianz für Nachhaltiges Bauen in M-V“, so Projektleiterin der Projektgruppe Dr. Gesa Haroske. „Die Ergebnisse der Workshops müssen ausgewertet und in konkrete, umsetzbare Maßnahmen überführt werden.“ Eine Herausforderung bleibt dabei die Frage der verfügbaren Kapazitäten. Bei der Jahresversammlung der Allianz soll der weitere Weg vorgestellt werden.

Besonders wertvoll war die Einbindung der Auszubildenden vor Ort. Die Veranstaltung war in die Nachhaltigkeitswoche des Ausbildungscentrums der Bauwirtschaft M-V (abc Bau M-V) eingebettet. So konnten junge Menschen unmittelbar mit ökologischen Baustoffen und ihren Anwendungsmöglichkeiten in Kontakt kommen.

„Die Veranstaltung machte damit auch deutlich, was die Allianz leisten kann“, so Rebecca Brandt von der Handwerkskammer Schwerin. Sie hat Akteure aus Ingenieurwesen, Handwerk, Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Bereichen zusammengebracht, Wissen geteilt und das Fundament für weitere gemeinsame Handlungsmöglichkeiten gelegt.“ Für eine dauerhafte Etablierung ökologischer Baustoffe braucht es allerdings die gesamte Wertschöpfungskette – und künftig noch stärker auch den Dialog und die Unterstützung mit der Landespolitik.